KI-Belastung gehört in die Gefährdungsbeurteilung.
Die erste Fassung steht — geprüft ist sie noch nicht.
Das GBPsych-Zusatzmodul „KI im Arbeitsalltag" ist als BETA in EasyBGM angelegt: 12 Fragen, sechs Merkmalsbereiche, dieselbe Doppelachse aus Belastung und Beanspruchung wie COPSOQ und psyGB. Was fehlt, ist die fachliche Freigabe. Gesucht: Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie und Wissenschaft, die Item-Set und Auswertung mit uns prüfen.

Ein neues Risiko, das die bestehende Gefährdungsbeurteilung noch nicht abbildet
Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist seit Jahren Pflicht (§5 ArbSchG) — GBPsych in EasyBGM deckt sie heute mit COPSOQ (ausführlich) und psyGB (Screening) ab. Was beide Instrumente noch nicht gezielt erfassen: die psychische Belastung durch die eigene KI-Einführung im Betrieb.
sorgen sich laut einer globalen Befragung unter rund 37.000 Beschäftigten um ihre Jobsicherheit durch KI — 2024 waren es noch 28 %.
Quelle: Adecco Group / Mercer, zitiert im Global Wellness Institute Workplace-Wellbeing-Trendreport 2026.
glauben laut derselben Erhebung, ihre Führung unterschätze, wie stark KI sie emotional belastet — eine Lücke zwischen Sorge und Führungsaufmerksamkeit.
Quelle: Global Wellness Institute Workplace-Wellbeing-Trendreport 2026.
Beide Zahlen stammen aus globalen Erhebungen, nicht aus einer deutschen Stichprobe — genau deshalb braucht ein Instrument für den deutschen Mittelstand eine eigene, wissenschaftlich geprüfte Grundlage statt eines übersetzten Fragebogens.
Was gebaut ist — und was bewusst gesperrt bleibt
Ein eigenes Item-Set
Sechs Merkmalsbereiche mit je zwei Items, in der bestehenden GBPsych-Engine — keine Bastellösung daneben. Fest anonym, Fragen pro Durchführung anpassbar.
Fundiert, noch nicht validiert
Der Aufbau folgt dem publizierten Forschungsstand (unten verlinkt). Die Prüfung von Item-Set, Gewichtung und Schwellen steht aber noch aus — deshalb BETA.
KI-Interview bleibt gesperrt
Für GBPsych ist der KI-gestützte Interview-Modus im gesamten Fragebogen-Baustein deaktiviert (Art. 9 DSGVO, §5 ArbSchG) — auch für dieses neue Modul. Bewusst so.
Status: BETA. Der Fragebogen ist in EasyBGM anlegbar und beantwortbar, überall sichtbar als BETA gekennzeichnet. Die Auswertung zeigt Richtung und Handlungsbedarf — als alleinige Grundlage einer Beurteilung nach § 5 ArbSchG ist sie noch nicht freigegeben. Genau dafür suchen wir Partner.
Worauf der Fragebogen aufsetzt
Der Forschungsstand ist erstaunlich einheitlich: Arbeitsverdichtung, Autonomieverlust und Überwachung auf der einen Seite — Sorge um den Arbeitsplatz und Vereinsamung als die beiden Wege, über die KI-Nutzung nachweislich auf die Psyche wirkt. Jeder Merkmalsbereich des Screenings hat einen Beleg, keiner ist intern erfunden.
Arbeitsverdichtung & Tempo
Mehr Aufgaben in derselben Zeit, höherer Takt, kürzere Reaktionserwartungen.
ILO (2026) · EU-OSHA ↗
Entlastung & Gratifikation
Kommt der Zeitgewinn bei den Beschäftigten an — oder bleibt er im Unternehmen? Ausbleibende Gegenleistung bei hohem Einsatz ist eines der bestbelegten Stressmuster.
Frontiers in Public Health (2026) ↗
Kontrolle, Transparenz & Mitbestimmung
Selbst über den Einsatz entscheiden, Ergebnisse nachvollziehen, bei der Einführung beteiligt sein — und nicht stärker überwacht werden.
EU-OSHA · SJWEH ↗
Beschäftigungssicherheit & Zukunft
Sorge um den eigenen Arbeitsplatz und um den Wert der eigenen Erfahrung — bis hin zum Gefühl, das eigene Nachfolgesystem mit anzulernen.
Brougham & Haar (2018), STARA ↗
Soziale Einbindung & Vereinsamung
Wer Fragen statt der Kollegin der KI stellt, verliert die informellen Kontakte, die Belastung sonst abfedern.
Frontiers in Public Health (2026) ↗
Kompetenz, Vertrauen & Verantwortung
Sicherheit im Umgang mit den Werkzeugen, Aufwand für das Prüfen der Ergebnisse — und die Frage, wer haftet, wenn ein KI-Ergebnis falsch ist.
SJWEH · Frontiers (2026) ↗
Ein belegter Aufbau ist noch keine Validierung: dass die richtigen Konstrukte gemessen werden, heißt nicht, dass diese zwölf Formulierungen sie zuverlässig treffen. Genau diese Prüfung fehlt — und ist der Grund für diese Seite.
Werden Sie Validierungspartner
Für Arbeitsmediziner:innen, Arbeitspsycholog:innen und Hochschulen, die Item-Set und Auswertung wissenschaftlich mit uns entwickeln möchten.
Für HR & BGM: früh informiert werden
Sie wollen das Screening nutzen, sobald es fertig validiert ist? Tragen Sie sich ein — wir melden uns, sobald es als Teil von GBPsych verfügbar ist.